Bundesrat will Wildtierimporte verbieten

      Bundesrat will Wildtierimporte verbieten

      Moin,

      Der Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, sowie der Ausschuss für Agrarpolitik und Verbraucherschutz des Bundesrates haben auf Antrag des Landes Schleswig-Holstein einen Entschließungsantrag aufgesetzt, in dem ein generelles Importverbot von Wildfängen gefordert wird.

      Begründet wird der Antrag für diese Entschließung vor allem damit, dass ein Verbot dem Artensterben vorbeugen und vor weiteren Zoonosen schützen soll. Laut den federführenden Ausschüssen des Bundesrats können Deutschland und die EU den Fang von Wildtieren in Drittstaaten nur durch ein grundsätzliches Verbot regulieren.

      Siehe dazu:
      Website des Bundesrat-Ausschusses für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit: bundesrat.de/DE/bundesrat/ausschuesse/u/u.html
      Website des bundesrat-Ausschusses für Agrarpolitik und Verbraucherschutz: bundesrat.de/DE/bundesrat/ausschuesse/av/av-node.html

      Antrag des Landes Schleswig-Holstein: bundesrat.de/SharedDocs/drucks…_blob=publicationFile&v=1
      Empfehlung der Ausschüsse des Bundesrats: bundesrat.de/SharedDocs/drucks…_blob=publicationFile&v=1

      Kurzmitteilung des VDA dazu: vda-online.de/blog/entry/218-b…iYIUU-OkPbX8uxSc71Mj9YxPA

      Schriftliche Stellungnahme des Bundesverbands für fachgerechten Natur-, Tier- und Artenschutz e.V.: vda-online.de/attachment/767-2…bundesrat-drucksache-697/

      Schriftliche Stellungnahme der Dachverbände VDA und DGHT: landtag.ltsh.de/infothek/wahl1…5600/umdruck-19-05607.pdf

      Ich befürchte Schlimmes. Unsere Szene/Lobby ist in der Politik nur schwach vertreten. In den Medien wird das Thema kaum behandelt, sodass die breite Masse der Gesellschaft vermutlich nichts davon mitbekommt. Aufgrund der aktuellen Covid19-Pandemie wird nun versucht das Risiko für Zoonosen wo es eben geht zu minimieren, selbst wenn es sich dabei nur um reinen Aktionismus handelt.
      Wie seht ihr die Lage? Könnte das Hobby ohne Wildtierimporte überhaupt fortbestehen?
      Hallo,

      mein Vertrauen in die classe politique (Medien eingeschlossen), sich mit solche Themen auch nur halbwegs sachgerecht zu befassen, ist auf einem historischen Tiefpunkt angekommen. Im Fahrwasser von Pandemie und Umwelthysterie fürchte ich, dass das Verbot relativ glatt durchflutschen könnte. Dann wird es nur noch mit Nachzuchten oder irgendwelchen Schlupflöchern weitergehen können.
      Gruß

      Henning

      Greg wrote:

      Ich befürchte Schlimmes. Unsere Szene/Lobby ist in der Politik nur schwach vertreten. In den Medien wird das Thema kaum behandelt, sodass die breite Masse der Gesellschaft vermutlich nichts davon mitbekommt. Aufgrund der aktuellen Covid19-Pandemie wird nun versucht das Risiko für Zoonosen wo es eben geht zu minimieren, selbst wenn es sich dabei nur um reinen Aktionismus handelt.


      Denn sie wissen nicht was sie tun.... Wenn alle Fischfänger nun anfangen mit Quecksilber Gold zu "fischen", oder sich dem Coka-Anbau widmen, um ihre Familien zu ernähren.... na ja, hören sich aber gut an solche gerechten Anliegen...

      Zudem glaube ich immer noch, dass Zoonosen aus dem Domestikationsbereich kommen, zumindest eher als von unseren Fischimporten. Gute Nacht!
      Es grüßt die Teufelsangel `ö´
      Ich glaube nicht das es EU flächenmäßig durchsetzbar ist wenn es kommen sollte. Aber für uns Deutsche gilt dann wohl wieder verstärkt in die Nachbarstaaten mit
      noch Überseedepartements ( Frankreich/Holland) zu fahren um "Exoten" ins heimische Becken zu holen.
      Cu
      FirstOne :00000436:
      Moin zusammen,
      ich bin ehrlich gesagt zuversichtlich.

      1. Man würde reichlich Arbeitsplätze vernichten, die genau in diesem Bereich vorhanden sind.
      2. Versuche ich immer wieder an das Gute (und intelligente) im Menschen zu denken.
      3. Haben wir ja einen VDA, der dagegen agiert. Zudem zuckt Politik immer dann zurück, wenn gute Lobbyarbeit erfolgt. Ich würde uns jetzt nicht mit den Automobilkonzernen, Vereinen und Verbänden in Augenhöhe wähnen, aber trotzdem stehen einige größere Unternehmen da.

      4. Finde ich es ja ziemlich schade, dass der Begriff 'Umwelthysterie' fällt, weil der hier kontaproduktiv ist.
      Erstens unterstellen wir den Zierfischfängern den Biotoperhalt und wären damit eher auf der Seite der Umweltschützer (Ich bin unschlüssig, ob ich das in letzter Konsequenz so wahrhaben möchte). Zweitens ist Umwelt- und Klimaschutz unausweichlich und nur dann bestehen wir, unsere heimischen und auch die tropischen Themen weiter - ich korrigiere: Unsere Nachfahren. Ein altruistisches Motiv.
      Ich vermute schon zu wissen, was du @Kotelett Henning damit meinst. Im Namen des Umweltschutzes jedem vermeintlichen Thema hinterherzujagen, das diesen fördert, fordert, unterstützt. Da kräuseln sich mir auch die Fußnägel hoch.... und ich "liebe" unsere Umwelt, Natur, Erde. Allerdings halte ich die Aussage für genauso undifferenziert und falsch, wie das Besetzen dieses Themas durch 'Umwelthysteriker' und die handelnden Jamaika-Akteure,

      Hoffen wir das Beste.

      Natürlich wird unser Hobby weiterbestehen. Da kann man auf die Anpassungsfähigkeit des Menschen zählen. In der DDR gab es reichlich fantastische Züchter. Weiß jemand, ob die an WF kamen? Ich hatte jetzt die Vermutung: Eher nicht...

      Edit: Herzlichen Dank Marc, für das Eröffnen dieses Themas und das Zusammentragen der Links. Die muss ich mir in ruhiger Minute ansehen.
      "Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben."
      Alexander von Humboldt
      Moinsen,
      ich möchte mir gar nicht vorstellen was passiert wenn das eingeführt wird und greift.
      Es gibt so viele Arterhaltungsprogramme im In- und Ausland die dafür sorgen, das bestimmte Fische und natürlich auch andere Tiere nicht aussterben, dafür benötigt es halt auch ab und an frische Wildfänge.

      Wusstet ihr das es in Nordamerika einen sogenannten Schlittenhundäquator gibt?
      Diese imaginäre Grenze sorgt dafür, das andere Hunderassen nicht dort leben dürfen um eine Vermischung auszuschliessen.
      Ist zwar nicht ganz gleichzusetzen mit Wildfängen, aber da sollen die Rassen reinerbig bleiben.
      Pferde wie die Isländer dürfen, wenn sie die Insel einmal verlassen haben, nie wieder dorthin zurück, auch die Angst der Vermischung.

      Da aber die Schlittenhunderassen und auch Islandpferde nicht vom Aussterben bedroht sind finde ich die Regelungen okay, nicht aber für die langsam bedrohten Wildtiere, ob Fisch oder Säugetier. Wenn dazu beigetragen werden kann die vorm Aussterben zu retten sollte das auch gefördert werden...
      Liebe Grüße aus dem Norden
      Maggi :howlwink:
      Guten Morgen zusammen,

      erinnert ihr euch an unser Forentreffen bei Glaser?
      Der Bericht vom Frank war sehr aufschlußreich.
      Er hatte damals als Beispiel die Roten Neon genannt.
      Es tut den Populationen insgesamt sogar gut, wenn möglichst viele gefangen werden.
      Dann vermehren sich diese Fische um so mehr und bleiben genetisch gesund.

      Bei allen anderen Wildtieren finde ich ein Importverbot sogar gut.
      Außer sie dienen der Arterhaltung oder der Erforschung von Krankheiten bei Tier und Mensch.
      Grüße aus dem Pott,

      Dieter

      Maggi wrote:



      ... Wenn dazu beigetragen werden kann die vorm Aussterben zu retten sollte das auch gefördert werden...


      Das Einzige was Tiere ausrottet ist die Zerstörung der Lebensräume, zumindest in der Regel. In SA vergammeln jährlich tonnenweise Fische, die nicht den Weg in die Flüsse finden wenn die Trockenzeit kommt. Das ist völlig normal und bringt Stickstoff in den Wald. Wenn also meist in der Trockenzeit abgefischt wird, so ist das eher eine Rettung von "Leben" als deren Vernichtung, auch wenn es Transportverluste gibt. Also das mit dem Artenschutz ist zumindest bei den Fischen aus meiner Sicht kompletter Blödsinn. Dagegen ist die Rodung der Urwälder direkt mit dem Aussterben lokaler Variationen verbunden, und da der Wald seinen Regen meist selber macht ist dieser auch auf Dauer verloren, weil ihn keiner "gießen" wird.

      Es wäre für jedes Tier sinnvoller den Bolzonaro sofort zu "beenden", als fragwürdige Verbote zu erlassen.

      Vielleicht mag sich jemand den Ivan mal anschauen, der zeigt die Realität in seinem Berichten von Venezuela. Und so ist es im gesamten Amazonasgebiet.



      So etwas ab Minute 11, wenn man nicht den ganzen Film sehen möchte... lohnt sich aber :)
      Es grüßt die Teufelsangel `ö´
      Hallo Magnus,

      Teufelsangel wrote:

      Also das mit dem Artenschutz ist zumindest bei den Fischen aus meiner Sicht kompletter Blödsinn
      H
      da kann ich Dir nur voll zustimmen.
      Bei Süßwasserfischen gibt es eigentlich kein Aussterben in dem Maß, wie durch Überfischung in den Ozeanen.
      Und wie wichtig die Stickstoffdüngung durch gestorbene Fische ist, sieht man ja auch Jahr für Jahr nach der Vermehrung der Lachse.

      Natürlich gibt es auch natürliches Aussterben.
      Aber in überwiegendem Ausmaß sind wir es, die durch unser Verhalten dafür verantwortlich sind.
      Grüße aus dem Pott,

      Dieter

      Moin!

      ...der VDA hat eine Seite zum Thema eingerichtet, wo man den Verband bei seiner Arbeit unterstützen kann.

      rette-den-artenschutz.de/

      Ich denke, dass die vorgefertigte Mail versenden für jeden, dem das Thema wichtig ist, Pflichtprogramm sein sollte, zumal es über die Seite echt verdammt einfach ist...

      EDIT: Die Abstimmung im Bundesrat ist am 5.11., es bleibt also nur wenig Zeit!

      Grüße
      Tim
      Hallo Klaus,

      das Verbot ist scheinbar vom Tisch. Das Thema Sachkundenachweis wurde dafür ins Spiel gebracht.
      Das könnte zu gegebener Zeit auch wieder ein Thema für uns werden.

      Wenn der Gesetzgeber so etwas flächendeckend einführen sollte, schafft man möglicherweise eine für potentielle Hobby-Einsteiger nicht mehr akzeptable Hürde. Der Handel würde in der Folge dann vermutlich auch in die Röhre schauen - mangels neuer Kunden.
      Gruß

      Henning

      Kotelett wrote:

      das Verbot ist scheinbar vom Tisch. Das Thema Sachkundenachweis wurde dafür ins Spiel gebracht.
      Das könnte zu gegebener Zeit auch wieder ein Thema für uns werden.

      Wenn der Gesetzgeber so etwas flächendeckend einführen sollte, schafft man möglicherweise eine für potentielle Hobby-Einsteiger nicht mehr akzeptable Hürde. Der Handel würde in der Folge dann vermutlich auch in die Röhre schauen - mangels neuer Kunden.


      Das wäre ja mal einen gute Nachricht. Etwas Sachkunde würde dem einen oder anderen Mitarbeiter in den Kettenstores ganz gut zu Gesicht stehen.
      Also die dürften gerne zu mehr verpflichtet werden. Die Unternehmer werden sich aber zu wehren wissen, wenn es um Beschränkungen der potenziellen Kundschaft geht. Also ich sehe das daher eher gelassen ;)
      Es grüßt die Teufelsangel `ö´
      Moin,
      ein Sachkundenachweis muss wahrscheinlich nicht zwingend eine riesen Dimension annehmen, sondern kann vielleicht auch in niederschwelliger Form 'angeboten'! werden.
      Ein Sachkundenachweis kann nur Gewinn für die Organismen sein. Natürlich hindert das den ein oder anderen daran ein Aquarium zu Nikolaus zu verschenken. Darüber kann man sicher unterschiedlicher Meinung sein.
      Es gibt halt die, die sich ein Aquarium anschaffen und angeschafft haben und die, die sich ein Aquarium und ein Buch angeschafft haben.
      Es ist ein zweischneidiges Schwert, klingt aber für mich nach Fortschritt.
      "Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben."
      Alexander von Humboldt
      Wir hatten hier gestern so einen Aha-Effekt beim Thema Kaninchen:

      Wir haben uns dieses Jahr Zwergkaninchen zugelegt. Die bleiben das ganze Jahr über draußen. Mit Voliere, Freilaufgehege, u.s.w.. Der Garten hat genug Platz, die Kaninchen wachsen und das Drumherum wächst (bzw. eskaliert) mit. Nachdem ich die Kinder nicht mit eigenen Cubes für die Aquaristik begeistern konnte, bin ich ganz zufrieden, wie das aktuell läuft. Vor der Anschaffung mussten sie sich ein Sachbuch über die Haltung und Pflege von Zwergkaninchen komplett durchlesen und auch Nachfragen beantworten können. Das war eigentlich selbstverständlich. Soweit,
      so gut.

      Gestern hat meine Frau den Kleinanzeigenmarkt - eigentlich auf der Suche nach weiterer „Hardware“ - durchstöbert. Sie hat mir dann zig Anzeigen von Kaninchen gezeigt, die noch nicht ausgewachsen schon wieder zur Abgabe stehen. Offenbar alle im Sommer angeschafft und jetzt schon wieder überflüssig. Teils im kleinen Käfig in der Wohnung, teils auf dem Balkon. Schicksal ungewiss... Da sind wir auf das Thema Sachkunde zu sprechen gekommen. Das wäre jetzt kein Garant, aber vielleicht hätte das zumindest einige dieser Sinnlos-Anschaffungen verhindert.
      Gruß

      Henning
      Moinsen Henning,
      ich finde das sollte für alle Lebewesen gelten, auch für Pflanzen, die zähle ich dazu.
      In der Coronazeit wurden so viele neue Haustiere zur Belustigung angeschafft und schon im Sommer, wo man wieder in den Urlaub wollte, waren die Tierheime voll...
      Liebe Grüße aus dem Norden
      Maggi :howlwink:
      Moin,

      Maggi wrote:

      ich finde das sollte für alle Lebewesen gelten, auch für Pflanzen, die zähle ich dazu.


      solange ich für die Aspergillus-Arten in meinem Kühlschrank keinen Sachkundeschein machen muss. :S

      Um mal von den eher realitätsfernen Forderungen nach Pflanzen- und Kinder-Sachkundenachweisen wegzukommen; eine Sachkundeprüfung für Aquarienfische schützt sicherlich vor Spontankäufen. Allerdings erschwert es auch den Einstieg in das Hobby. Insbesondere für Kinder und Jugendliche wird es dann wesentlich schwerer sich dem Hobby anzunähern, wenn man den Eltern zur Auflage macht eine eintägige Schulung inklusive Abschlussprüfung zu absolvieren.
      Fraglich ist auch, wer das alles organisieren soll. Wenn nun jeder einen solchen Sachkundenachweis ablegen muss, haben die eh schon rar gesäten Aquarienvereine des Dachverbands aber einiges vor.
      Inwiefern eine eintägige Schulung und ein Multiple-Choice-Test nun wirklich Fachwissen vermitteln, bleibt in meinen Augen auch fraglich. Ich hab mir vor einiger Zeit mal ein paar dieser Fragen angeschaut. Die konnte man größtenteils mit bloßem Menschenverstand beantworten. Doch vielleicht sieht der Fragenkatalog mittlerweile anders aus. Hat hier jemand einen solchen Sachkundenachweis gemacht und kann darüber berichten?

      Der Gedanke an eine verpflichtende Sachkundeprüfung mag ja ganz nett sein, aber ich halte das nicht für praxistauglich. Schon allein weil der gebeutelte Einzelhandel sich dagegen wehren wird.

      Teufelsangel wrote:

      Etwas Sachkunde würde dem einen oder anderen Mitarbeiter in den Kettenstores ganz gut zu Gesicht stehen.


      Ist der Sachkundenachweis für gewerblich Tätige gemäß § 11 des Tierschutzgesetztes nicht verpflichtend? Zumindest ein Mitarbeiter vor Ort muss meines Wissens nach einen solchen Nachweis vorweisen, da sonst keine Aquarientiere verkauft werden dürfen. Dass einige Mitarbeiter etwas mehr Sachkunde vertragen könnten, unterschreibe ich sofort. Aber mir fallen auch Verkäufer mit einem Sachkundenachweis nach § 11 ein, deren Fachwissen schon fast grobfahrlässig ist.