Pterophyllum leopoldi

      Pterophyllum leopoldi

      Hallo,

      ich wollte euch meine Neuzugänge vorstellen: 5 junge Pterophyllum leopoldi mit einer Spannweite (Körperhöhe) von etwa 6 cm.
      Über diese Art findet man nur wenig Informationen im Netz, da sie nur relativ selten gehalten wird.
      Ich schreibe später nochmal etwas ausführlicher. Nur soviel vorweg - heute wurde mir bei der Beobachtung der Nahrungsaufnahme der Tiere schlagartig klar, warum sie die arttypische Kopfform besitzen! 8o
      Schaut es euch selber an und lasst uns diskutieren:

      Tank sei Dank! :howl:
      Frank (VDA 11/008/0342)

      "Unbegrenzte Wassermassen,
      die sich nie in Ufer fassen"

      (Perla la Gadeon)

      "Wo die Fische prächtig schwimmen
      und Garnelen Bäumchen klimmen,
      wo die Räume überquellen
      voll mit Aquariengestellen.
      Dort möcht ich mein Leben fristen,
      gemeinschaftlich mit Aquaristen."
      Ah,
      das erklärt Einiges!
      Ich find sie toll. Werden sich genial zwischen den Biotodoma machen!
      Muss dich mal besuchen kommen...
      Btw.:
      Sitzt der gelbe Giradinus separat? Oder hab ich ihn nicht entdeckt? Gabs da schon eine Einmischung gelber Farbelemente?
      Grüße Phil (VDA 18/026/0094)

      "Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben."
      Alexander von Humboldt
      Servus Frank,

      sehr spannende Art! Wenn bei mir Skalare ins Haus kommen würden, wären es die hier. :)
      Und ich schließe mich Phil an, die werden zusammen mit den Biotodoa ein sehr harmonisches Bild ergeben.
      Schöne Grüße aus Wien

      Benni


      Pro kurzflossige Kampffische und Guppys. Kontra Zuchtformen und Hybriden. Schätzt und erhaltet die Artenvielfalt.
      Gratulation und viel Glück mit den Kerlchen, ich find sie und auch das Becken toll.

      Das hier ist für den Anfang schon mal eine recht gute Beschreibung zum Unterscheiden der einzelnen Pterophyllum Arten >>>>> zierfischblog.info/skalare/
      Files
      Hallo,

      jetzt etwas ausführlicher:

      Die allgemein zugänglichen Informationen zum Spitzkopfskalar sind spärlich gesäht. Zunächst einmal hält sich beharrlich das Namenswirrwar. Fakt ist wohl, dass man sich bei der systematischen Artansprache auf zwei Erstbeschreibungen beruft:

      1) durch den belgischen Zoologen Gosse (1963), der eine Beschreibung als Plataxoides leopoldi vornahm, wobei er irrtümlich annahm, dass der Gattungsname Pterophyllum bereits seit 1825 durch Kirby an eine Insektengattung vergeben und damit belegt sei. Dies hat sich aber als irrig erwiesen, weshalb die ursprünglichere von Heckel (1840) eingeführte Gattungsbezeichnung Pterophyllum Bestand hat. Der Fundort dieses Holotypus liegt im Mündungsgebiet des Rio Solimões, etwa 90 Kilometer oberhalb von Manacapuru in Brasilien. Als Rio Solimoes bezeichnet man den Abschnitt des Amazonas von der brasilianischen Grenze bis Manaus, wo er auf den Rio Negro trifft. Fundorte wie Coari oder Tefé sind uns Buntbarschfreaks natürlich geläufig (siehe die angehängte Karte!).

      2) durch Castelnau (1855) als Pterophyllum dumerili (in Wikipedia dumerilli?). - Auf das doppelte ii (dumerilii) beim Artepitheton bin ich auch hereingefallen. Es ist aber wohl nicht statthaft. - Hierbei soll es sich allerdings um einen Pterophyllum scalare aus Párá (Belém) handeln, weshalb diese Bezeichnung kein Synonym darstellt. Sehr irritierend dabei ist, dass beispielsweise Aquarium Glaser zumindest in seinem Geschäft an dieser Bezeichnung festhält und als P. leopoldi einen P. scalare mit starker Tüpfelung ausweist. Dies ist aber wohl allenfalls ein Verkaufsargument - König Leopold Skalar!

      P. leopoldi unterscheidet sich von P. scalare und P. altum stark hinsichtlich seiner Körperzeichnung und Morphologie. Typisch ist ein unter dem Ansatz der weichen Rückenflossenstrahlen im vierten Vertikalband liegender dunkelbrauner bis schwarzer Fleck, der Leopoldi-Fleck. Dieser wird allerdings nur stimmungsabhängig gezeigt und kann zuweilen ganz verblasst sein. Der Kopf besitzt keine Sattelnase, sondern die Kopfform ist länglich, spitz ausgezogen. In der Silhouette erinnert das wohl an den Kopf eines Schafes. Beides hat zur Titulierung als Spitz- bzw. Schafskopfskalar geführt. Die Rückflosse ist verkürzt, insbesondere die ersten Flossenstrahlen, das obere Schwanzfilament stets kürzer als das untere. Die Körperform korrespondiert mit der Körperhaltung, denn P. leopoldi schwimmt immer in einer typischen „Kopf-nach-oben“-Stellung. Eine mögliche Erklärung hierfür liegt meines Erachtens in der besonderen Art der Nahrungsaufnahme. Wie ich bereits im oben gezeigten Videobeitrag belegt habe, ist die Kopfform als Anpassung an das "Abweiden" der Wasseroberfläche zu sehen. Die Tiere stehen dabei knapp unter der Wasseroberfläche, wobei mit der Schnauze der Oberflächenfilm angesaugt wird und auf diese Weise schwimmende Nahrungspartikel aufgenommen werden. Wenn sie dabei nicht gestört werden hält dieses Verhalten mitunter mehrere Minuten an. Gibt es dazu wohl bereits frühere Beschreibungen in der Literatur?
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      Die Schönheit der Tiere liegt natürlich im Auge des Betrachters. Manch einer spricht von einem hinsichtlich seiner Proportionen "verunglückten" Skalar. Mir persönlich gefällt der eigentümliche Körperbau sehr gut und besondere Verhaltensweisen erwecken stets mein Interesse.

      Die Art gilt als nicht ganz so futterfest wie seine Verwandten, weshalb er zuweilen als heikler Pflegling bezeichnet wird. Ich schleiche schon seit längerem um die Art herum und konnte tatsächlich beobachten, dass adulte Importtiere sehr wählerisch hinsichtlich des Futterangebotes waren und daher oft eingefallene Bäuche besaßen, vielleicht auch parasitär bedingt. Zudem soll die Art schreckhaft sein. Aus diesen Gründen habe ich geduldig auf die Gelegenheit gewartet, jüngere Tiere zu erwerben.
      Aktuell sind Tiere mit einer Körperhöhe von ca. 6-7 cm bei Aquarium Glaser erhältlich und folglich erwarb ich fünf Wildfänge. Bereits nach wenigen Tagen kann ich sagen, dass die Kleinen bereitwillig alle Futtersorten annehmen. Ich hatte zunächst mit lebenden weißen Mülas und Artemialarven angefüttert, bin aber bereits am zweiten Tag auf Frostfutter (weiße Müla, Artemia) umgestiegen und auch Granualt sowie Spirulia-Flocke wurden bereits ab diesem Zeitpunkt ohne Zögern angenommen. Der Trupp ist sehr agil und wuselt rege im Becken umher. Die anfängliche Scheu hat sich innerhalb der ersten Woche gelegt und die Tiere weichen kaum mehr zurück, wenn man sich dem Becken nähert. Untereinander sind die Leopoldi mega-zickig. Ständig stubst einer den anderen herum und man verfolgt sich über eine kürzere Distanz. Mal schauen, wie sich das weiterentwickelt, wenn sie größer werden. Ich favorisiere auf jeden Fall eine Gruppenhaltung zusammen mit den F1-Nachzuchten von Biotodoma cupido und Crenicichla regani "Tapajos". Das nehme ich in Angriff, wenn ich mein Südamibecken neu gestalte.

      @ Tom: Danke für das schnelle Verlinken des Blogs!

      pilsen wrote:

      Sitzt der gelbe Giradinus separat? Oder hab ich ihn nicht entdeckt? Gabs da schon eine Einmischung gelber Farbelemente?

      Ich habe den Girardinus-Stamm getrennt. Die größeren Weibchen sowie die Schwarzbauchmänner schwimmen bei den Leopoldis. Darunter brüten gerade die Altispinosas. 8o
      Der Gelbbauchmann schwimmt zusammen mit einem Trupp junger Weibchen. Nachwuchs wird noch auf sich warten lassen. Ich bin mal gespannt. Die beiden Farbformen sollen dominat vererbt werden. Abwarten, wie die Mischlinge ausfallen.
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      Tank sei Dank! :howl:
      Frank (VDA 11/008/0342)

      "Unbegrenzte Wassermassen,
      die sich nie in Ufer fassen"

      (Perla la Gadeon)

      "Wo die Fische prächtig schwimmen
      und Garnelen Bäumchen klimmen,
      wo die Räume überquellen
      voll mit Aquariengestellen.
      Dort möcht ich mein Leben fristen,
      gemeinschaftlich mit Aquaristen."

      Post was edited 4 times, last by “Alopex” ().

      Hallo Frank,

      Schönheit liegt ja bekanntlich immer im Auge des Betrachters.
      Mir gefallen diese Skalare richtig gut, aber das ist bei vielen nicht der Fall.

      Vor gut 15 Jahren hatte ich das Glück, das ich von einem befreundeten Aquarianer ein Zuchtpaar und mehrere Nachzuchten bekommen habe. Dieser ältere Mensch musste sein Hobby aus gesundheitlichen Problemen aufgeben (da denke ich gerade an unseren @Hobby Jürgen, bei dem das ja ähnlich ist). Nach einer relativ kurzen Eingewöhnungszeit, das waren 3 oder 4 Wochen, hat das Paar auch bei mir gelaicht. Ich habe damals einen Teil der Brut, ca. 30 Larven, entnommen und die separat aufgezogen. Für mehr hatte ich da keinen Platz, was sich nachträglich aber als gut erwiesen hat. Ich habe diese Tiere dann bis zu einer guten Abgabegröße aufgezogen, ähnlich der Größe von Franks Skalaren. Von meinen Nachzuchten konnte ich nicht einen an Hobbyaquarianer abgeben, Den Leuten haben die Körper- und Kopfform dieser Skalare einfach nicht gefallen. Ich habe diese Fische dann alle an meinen damaligen Stammzoohändler abgegeben und dafür Futter für meine Fische bekommen.

      Ach, damals habe auch ich diese Skalare übrigens mit der falschen Bezeichnung P. dumerilii bezeichnet.
      Grüße aus dem Pott,

      Dieter

      Theoretisch kann jeder an einem Tag der nächsten 12 Monate sterben.

      Aber an allen anderen Tagen dürfen und können wir leben!

      Meine Youtube-Aquaristik-Seite vom "alten" Aquarium:

      youtube.com/playlist?list=PLrzEIVMxzMgrBs0WkeXcTDma0pBzrljGE

      Und meine Seite über das "neue" Becken:

      youtube.com/playlist?list=PLrzEIVMxzMgrM8kHbt61VeIpFLz_47MLz

      Moinsen Frank,
      Glückwunsch zu diesen schönen Skalaren!
      Man liest wenig über sie und sieht auch fast nie Bilder, nun ja demnächst hoffentlich öfter...
      Ich weiß nicht genau wie der Fluss aussieht in dem sie in Natur leben, ich weiß nur dass man bei Jungskalaren auf viel freien Schwimmraum achten muss, damit sich die Flossen gut ausbilden können.
      Mehrmals täglich Futter weißt ja selber.
      Ich kann dir nur viel Erfolg bei der Aufzucht wünschen und viel Freude mit diesen schönen Tieren!
      Liebe Grüße aus dem Norden
      Maggi :howlwink:
      Hallo,

      @Dieter: Nun hoffen wir mal, dass sich via kleinanzeigen Interessenten finden, wenn sich der Nachwuchs einstellt. Ich möchte unbedingt mal wieder junge Skalare aufziehen.

      @Maggi:Viel Flosse muss sich hier ja nicht entwickeln!-)
      Die Kleinen stehen aber jetzt schon super im Futter und haben ordentlich runde Bäuche. Sie picken auch ordentlich an Pflanzen und Algen herum.
      Tank sei Dank! :howl:
      Frank (VDA 11/008/0342)

      "Unbegrenzte Wassermassen,
      die sich nie in Ufer fassen"

      (Perla la Gadeon)

      "Wo die Fische prächtig schwimmen
      und Garnelen Bäumchen klimmen,
      wo die Räume überquellen
      voll mit Aquariengestellen.
      Dort möcht ich mein Leben fristen,
      gemeinschaftlich mit Aquaristen."
      Hi Frank,
      viel Flosse bei der Skalarart nicht, aber doch trotzdem schöne grade Flossen. Ich habe nur das geschrieben, was der Herr Forkel mir ans Herz gelegt hat. Wusste z.B. vorher auch nicht, dass Skalare erst mit 2 Jahren ausgewachsen sind und minimum das erste Jahr 3x täglich Futter brauchen. Meine hätten sicherlich jetzt schon Kümmerwuchs aus Unwissenheit. Aber der Simon hat mich da gut informiert.
      Deine kleine Gruppe kann nun gut aufwachsen und wenn sie mal etwas zicken ist das normal, kennst ja von deinen Albinos sicherlich auch.
      Liebe Grüße aus dem Norden
      Maggi :howlwink:

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      Hallo Maggi,

      haben immer ein dickes Ränzlein, die Kleinen. Von der Ernährung her total unproblematisch. Alles wird angenommen, ob Flocke von der Wasseroberfläche oder Granulat vom Boden, gerne auch Artemia-Nauplien. Da sind sie ordentlich mit Aufpicken beschäftigt.
      Tank sei Dank! :howl:
      Frank (VDA 11/008/0342)

      "Unbegrenzte Wassermassen,
      die sich nie in Ufer fassen"

      (Perla la Gadeon)

      "Wo die Fische prächtig schwimmen
      und Garnelen Bäumchen klimmen,
      wo die Räume überquellen
      voll mit Aquariengestellen.
      Dort möcht ich mein Leben fristen,
      gemeinschaftlich mit Aquaristen."